Kapitel 40: Herzensketten die zerbrechen

Kurze Zeit nach der Geburt der beiden Kinder, die von Ikarus und Myrion stolz durch die Gegend getragen wurden und obwohl sie noch viel zu klein waren, alles erklärt bekamen, bekam auch Alandra ihre Tochter. Leander wollte zwar eigentlich kein weiteres Kind, doch als er nun diese kleine Schönheit sah, die ihn jetzt bereits mit schwarzen Haaren und ebensolchen Augen ansah, strahlte auch er. So saßen die drei frisch gebackenen Väter oft zusammen und fachsimpelten….nicht über Kriege und Kämpfe….sondern über ihre Kinder und was aus ihnen mal werden sollte. Und an einem Tag da Lazarus zu der Runde stoßen wollte wurde er glatt von seinem Sohn Berelias um gerannt der strahlend verkündete das er ebenso bald Vater werden würde, da Dia ein Kind von ihm bekommen würde. Pereides der sich ebenfalls näherte bekam mit wie Berelias strahlte und sich auf sein Kind freute. Auf einmal wurde ihm bewusst das mit ihm irgendwas nicht stimmen konnte. Wieso hatte er sich nicht freuen können, wieso hatte es ihn nicht auch so mit gerissen als Indira schwanger war?
Lag es damals wirklich an seiner Jugend oder einfach daran das er Indira nicht liebte? Ethan trat hinter ihn, weil er nicht weiter gegangen war und sprach ihn an. „Was ist los mein Sohn, was bedrückt dich?“ Pereides seufzte und deutete zu den Männern die dort am Tisch saßen, wo von drei bereits Kinder auf den Armen hielten und Berelias vor Freude aus dem Häuschen war. „Wieso war es für mich eher störend als ein Grund zu Freude. Meine Söhne waren mir schlicht egal.“ Ethan folgte seinem Blick. „Ich glaube es lag daran, das dein Herz für die Liebe noch nicht bereit war und wenn es so war oder ist, ist es auch kein Wunder das dich die Frucht deiner Lenden nicht freute. Es passte nicht in dein Konzept. Hinzu kommt wie ich schamvoll gestehen muss, ich mich ebenso wenig um dich gekümmert habe. Obwohl ich mich riesig freute als du geboren wurdest. Ich liebe dich mein Sohn, auch wenn ich es nicht so zeigen kann.“ Pereides sah Ethan an. „Ich weiß das du mich liebst, Ikarus hat es mir oft genug gesagt. Ich habe keinen Vater vermisst, denn Ikarus war mir ein guter Vater, er liebt mich ebenso, wie nun diesen kleinen Knirps, den er dort auf seinen Armen trägt. Er war für mich da, wenn ich ihn brauchte. Er stand mir in allem zur Seite, egal welchen Mist ich gebaut hatte. Irgendwie wusste ich immer…er bringt es in Ordnung.“ Ethan nickte und sah zu Ikarus. Der wie er wusste, ein weit aus besserer Vater als er selber war. Ihm ging es nicht anders als Ataris und Pereides…obwohl er Andora mehr liebte als alles andere auf der Welt, war sein Herz unausgefüllt. Weil die Frau die er liebte zu einem anderen gehörte. Dann sah er wie Pereides zusammen zuckte. Andora ging auf den Tisch zu, so kurz nach ihrer Schwangerschaft, glühte sie richtig. Sie verkörperte, die wahre Weiblichkeit. Ihr Gang war aufreizend obwohl Ethan wusste das es nicht absichtlich war. Er sah seinen Sohn an und sah, wie sein Gesicht aufglühte. Die Liebe hatte Pereides wie der Schlag getroffen…obwohl der junge Gott sich nicht sicher war…war es nur einfach heißes begehren oder hatte ihn gerade der Blitz getroffen. Er sah Ethan erschrocken an, der leise lachte. „Ja mein Junge, nun hat es dich auch erwischt. Jeder liebt sie, ob man will oder nicht.“ Pereides seufzte. „Die Frage ist nur würde sie sich auf mich einlassen?“ Ethan lächelte. „Kommt darauf an was du von ihr willst. Sie gehört zu Ikarus und Ares, ihr Herz ist nicht mehr frei. Sie kann dir also nicht mehr ihr liebendes Frauenherz schenken. Doch sie liebt dich als ihren Sohn. Was siehst du in ihr?“ Pereides erglühte abermals. „Ich gebe es zu ich habe schon öfters daran gedacht wie sie wohl ist, doch eher Interesse halber, weil alle so über sie reden. Du weißt schon, leidenschaftlich, heißblütig und mit keiner anderen Frau zu vergleichen. Aber ich kam nie ernsthaft auf die Idee, sie mal für mich zu fordern, ich sah also eher die Mutter in ihr. Doch jetzt….Himmel…. ist mir klar geworden was für eine heiße Frau sie wirklich ist. Das Bild der Mutter ist soeben davon geweht, nun sehe ich die Frau in ihr. Sieh sie dir doch an, sie sieht keinen Tag älter aus als ich. Man könnte sie für eine sehr junge Frau halten.“ Ethan lachte. „Im Gegensatz zu Myrion oder Lazarus ist sie das auch. Du darfst sie nicht mit sterblichen Maßstäben messen. Sie wird auch noch in tausend Jahren so aussehen. Sie ist eine junge Göttin, auch wenn sie schon einige hundert Jahre, etliche Schwangerschaften und einige sehr große Taten hinter sich hat. Sie ist ein Juwel…..“ Pereides sah seinen Vater an und auf einmal wurde ihm etwas klar. „Du liebst sie wirklich und das mehr als du dürftest.“ Ethan seufzte leise und nickte. „Ja das stimmt, ich würde alles dafür tun, wenn sie mich nur einmal so ansehen würde wie sie Ikarus ansieht. Aber ich weiß das es niemals geschehen wird.“ Er sah Pereides wieder an. „Also überlege dir genau was du dir wünscht, denn wenn du einmal in ihren Armen lagst, bist du verloren….weil du dann nicht genug von ihr bekommen kannst. Ich weiß wovon ich rede. Für sie wäre ich sogar bereit treu zu sein.“ Pereides sah seinen Vater überrascht an. „Du und treu? Das kann ich nicht glauben, gerade du, der jedem Rock nach rennt, der sich jede schnappt die nicht schnell genug weg ist? Das ist unfassbar.“ Allerdings sah er das es Ethan damit absolut ernst war. Er begriff auf einmal wie sehr Ethan Andora liebte und ihm wurde klar, wie verdammt schwer es für ihn sein musste. Nun wurde ihm auch bewusst wieso sein Vater jedem Rock nach lief, er versuchte seine Gefühle damit zu betäuben. Liebe konnte er wie er sie sich wünschte nicht bekommen, also überspielte er das mit der Freude an der Lust und suchte damit Ersatz. Er sah noch mal zu Andora…Ethan hatte recht, seine Lenden brannten wenn er Andora ansah…aber er wollte nicht erleben, was sein Vater durchmachte. Also vergaß er ganz schnell was er sich gerade eben noch gewünscht hatte und nickte. „Du hast recht, ich sollte mir den Gedanken sie einmal in meinen Armen zu haben ganz schnell aus dem Kopf schlagen.“ Ihm wurde nun auch klar, wieso nicht jeder Kerl es bei ihr versuchte, sie hatten Angst sich an sie zu verlieren. Ethan war schon verloren, er hatte sich ihr bereits ergeben und das auf ganzer Linie. Er sah zu Leander. „Wieso leidet Leander nicht darunter, ich meine, ich weiß was er von ihr bekommt…einen gewissen inneren Frieden. Müsste er sich dann nicht auch an sie verlieren?“ Ethan lächelte und schüttelte den Kopf. „Er liebt sie ohne Zweifel, doch seine Liebe zu ihr ist nicht so stark wie die Liebe zu Alandra. Sie liebt er mehr und daher holt er sich bei Andora nur was er braucht. Obwohl ich weiß das er das zusammen sein mit ihr mehr als genießt. Alandra kann ihm nicht geben was er wirklich in gewissen Zeiten braucht oder sagen wir eher, er will sie nicht damit belasten. Er will ihre Liebe damit nicht belasten und bei Andora weiß er, das es ihr nichts ausmacht, sondern es sogar recht aufregend findet. Und bevor du wegen Myrion fragst, auch er liebt sie, aber er liebt Aurian mehr auch wenn er wohl noch nie so glücklich war wie jetzt. Sobald man eine Liebe hat die stärker als alles andere ist, macht es einem weniger aus, das sie nicht ganz für einen da ist, das sie Ikarus und Ares mehr liebt, als einen selbst. Ich habe mich schon oft verliebt, doch niemals war die Liebe so stark, das Andora dahinter rückte. Meist war ich irgendwann diese Frauen überdrüssig und so machte es mir nichts aus wenn sie ihr Ende fand.“ Pereides nickte verstehend. „Ich glaube ich habe mich noch nie verliebt, ich mag die Abwechslung und wenn ich eine heiße Frau sehe, will ich sie. Wenn ich sie dann ein oder zweimal hatte, reicht es mir auch und ich ziehe weiter zur nächsten. Ich erobere und verführe gerne, daher hätte es mich schon interessiert ob ich Andora herum kriege.“ Ethan schmunzelte. „Sie herum zu kriegen ist nicht schwer, wenn man weiß wie. Sie ist nymphoman und wenn ein Kerl sie hart bedrängt und ihr zeigt wie scharf er auf sie ist und wenn er dann noch zu ihrem bevorzugten Typ passt, hat er sie. Doch ob man als Mann dann noch von ihr wieder los kommt, steht auf einem anderen Blatt. Denn sie ist zu Dingen bereit, von denen manch ein Mann nur träumen kann und das macht sie für Männer so gefährlich. Man kommt nicht mehr von ihr los, es ist wie eine Droge, man will mehr von ihr. Selbst Luzifer kommt nicht mehr von ihr los, selbst ihn steckt sie in ihre Tasche.“ Ethan merkte nicht das er mit seinen Worten, Pereides nun noch neugieriger machte, das er ihm das Gefühl gab, etwas zu verpassen, wenn er es nicht wenigstens einmal versucht hatte. Als er es bemerkte war es bereits zu spät, Pereides hatte Feuer gefangen. Er sah seinen Sohn an. „Denk nicht mal dran, tue es nicht, du wirst es bitter bereuen, denn dein Herz wird bluten. Es wird sich vor Schmerz zusammen ziehen, wenn du siehst wie sie Ikarus ansieht. Welche Liebe in diesem Blick steckt, die sie für dich niemals empfinden wird. Ja sie liebt dich, ebenso wie mich…..doch nicht so wie Ikarus oder Ares. Wobei selbst Ares hinter Ikarus anstehen muss. Such dir lieber eine Frau die du aufrichtig lieben kannst und schenke ihr deine Liebe.“ Pereides nickte und setzte nun seinen Weg fort. Als er einen Blick auf die Babys warf, glühte sein Herz kurz auf als er Jolyn ansah. Irgendwas regte sich in seinem Herzen, er sah Myrion an. „Darf ich sie mal halten?“ Der nickte, ganz stolzer Vater und reichte Pereides das Baby und erklärte ihm wie er es halten musste. Pereides Ketten die um seinem Herzen gelegen hatten zersprangen und er lächelte als er dieses Kind sah. Er war zum ersten Mal Feuer und Flamme für ein Kind, auch wenn es nicht seines war. Myrion lächelte als er es bemerkte und stieß die anderen kurz an um mit dem Kopf auf Pereides zu deuten. Der knuddelte und schmuste gerade mit der Kleinen und kam sich nicht mal albern vor als er in Babysprache mit ihr redete. Myrion ließ ihn gewähren und schmunzelte. Pereides wusste ja nicht das er dort eine Tochter des Lichts in den Armen hielt und das sie selbst jetzt schon ihren Charme spielen ließ als sie ihn anlächelte. Andora lächelte ebenfalls und als Myrion Pereides gerade aufklären wollte, beugte sich Andora zu Myrion herunter küsste ihn kurz sanft und flüsterte ihm dann ins Ohr: „Sag jetzt nichts, er wird es noch früh genug erfahren. Ich glaube hier bahnt sich gerade eine Liebe an.“ Myrion sah erst sie erstaunt an, dann Pereides der mit dem Baby schäkerte, das vor Vergnügen quietschte. Dann flüsterte er zurück. „Aber sie ist noch ein Baby gerade mal wenige Monate alt.“ Andora nickte. „Sicher, aber ich war auch noch ein Baby als Ikarus sich in mich verliebte, er weiß es nur nicht mehr. Wäre Pereides denn so schlecht?“ Myrion knurrte leise und sah abermals zu Pereides, dann flüsterte er. „Er ist wie sein Vater, er wird nie treu sein. Er ist zu umtriebig.“ Nun lachte Andora. „Das wird deine Tochter auch sein….vergiss nicht was sie ist.“ Myrion knurrte abermals leise, denn dem hatte er nichts entgegen zu setzen. Andora hatte ja recht. Als Tochter des Lichts würde Jolyn wohl keinem Kerl widerstehen können und Pereides mit seinem zweifels ohne frechen Charme, erst recht nicht. So sagte er nur leise. „Wir werden sehen.“ Andora schmunzelte und schaute dann nach ihrem Sohn, den Ikarus in seinen Armen hielt. Er liebte den Kleinen jetzt schon von Herzen und strahlte Andora an.
Andora hatte recht, wie üblich. Pereides hatte sich in das Kind verguckt, natürlich nicht auf anstößige Weise, aber irgendwie liebte er Jolyn und spielte oft Babysitter. Damit seine Gefühle für das Kind nicht so offen lagen, sittete er auch alle anderen Kinder gleich mit. Myrion behielt ihn allerdings nun besonders im Auge, denn er vertraute Andoras Urteil und wusste das sie wohl recht hatte. Man sagte Pereides noch nicht in wen er sich verguckt hatte. Andora hatte da klare Anweisungen gegeben. Ataris allerdings der seinen Freund in und auswendig kannte, traute dem Frieden nicht. Es wunderte ihn das dieser Schwerenöter auf einmal sein Herz für Kinder entdeckt hatte und kaum noch auf die Pirsch ging. Das kam ihm merkwürdig vor, vor allem da er scheinbar sein Herz an ein bestimmtes Kind gehangen hatte. So sah er sich das Kind mal genauer an und als Hüter der Seelenteiche sah er sofort was mit ihr war. Allerdings flammte nun auch sein Herz auf und damit hatte er nun gar nicht gerechnet. Andora die es bemerkte, lachte leise in sich hinein. Sie nahm ihn aber kurz darauf zur Seite und gab auch ihm den ausdrücklichen Befehl, Pereides nicht zu sagen, was Jolyn war. „Er hat endlich sein Herz entdeckt, zerstöre es nicht mit einer dummen Bemerkung. Seine Liebe wächst nur langsam, vielleicht braucht er die Jahre um endlich mit sich selber Frieden zu schließen. Lass es ihn erleben, nicht jeder ist gleich, manche brauchen Jahre dafür um ihr Herz zu öffnen und Pereides beginnt gerade erst damit.“ Ataris nickte, er ahnte ja nicht das ihre Worte ebenso an ihn gerichtet waren wie sie für Pereides galten. Denn auch Ataris hatte bisher, bis auf ihr, keiner Frau sein Herz richtig geöffnet. Das mit Orania hatte er selber erkannt, war wohl eher eine Pflichtliebe, als wirklich aus dem Herzen kommend. Er liebte Andora, aber er spürte das diese Liebe kleiner wurde, wenn er in die Augen dieses Kindes sah. So hatten die Kinder nun einen Babysitter mehr, denn nun saßen beide dort und passten auf die Kleinen auf, das ihnen auch nichts geschah. Myrion raufte sich die Haare als er es bemerkte und murmelte. „Mädchen sind schlimmer zu hüten als ein Sack Flöhe, das fängt ja schon gut an.“ Trotzdem ließ er es laufen, denn wie gesagt er vertraute Andoras Urteil absolut. Nicht das man nun denkt, er liebe nur seine kleine Tochter, nein, auch Meneron liebte er von Herzen. Allerdings Leanders Tochter kam ihm merkwürdig vor, also beobachtete er auch deren Entwicklung. Alandra, Leander und Andora hatten bisher keinem gesagt, wer dort heran wuchs. Selbst Ikarus wusste nichts. Alandra und Leander hatten die Kleine Rana genannt, in Abwandlung des ursprünglichen Namens und amüsierten sich darüber das ihre Tochter allen Rätsel aufgab.

Du hast ja schon wieder fleißig
Vielen Dank Liebes
Vielen Dank Liebss für deinen lieben Kommentar
Leider geht es mir immer noch nicht besser, aber wird schon.
Nun Pereides ist zur Zeit ein Sorgenkind, wie man bald lesen kann. Aber mal sehen was da noch kommt. Nur Jolyn ist keine Lichtgöttin, sondern lediglich eine Tochter des Lichts, so kann sie Andora einige ihre “Pflichten”
abnehmen, wenn sie mal alt genug ist. Die Väter, und sogar Leander, sind hin und weg von ihren Sprösslingen.
Meine Hände wollen nicht so wie ich will.
Es tut mir leid nur zur Zeit brauche ich mal wieder ellenlang für ein Kapitel.
Dir danke ich für den lieben Kommi, über den freue ich mich immer riesig.
Das ist für dich